Evangelische Impulse Hallstatt-Obertraun

Evangelische Impulse Hallstatt-Obertraun

Transkript

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00:00:10: Impulse aus der Pfarrgemeinde, Hallstadt

00:00:19: Obertraum.

00:00:29: Herzlich willkommen zu unserem Impuls!

00:00:31: Heute ist der Sonntag Kantate singen.

00:00:35: Singen?

00:00:37: Gesang.

00:00:37: eine Kantate kennt man ja aus dem aus dem kirchlichen Bereich.

00:00:41: Bach und Händel haben sie da ausgetoppt.

00:00:43: Das ist eine Aufforderung ein Imperativ sinkt.

00:00:49: Also hier geht es nicht nur durch, ich kann nicht singen und sollte mir vielleicht so ein hübsches Beiberkirchen Musik oder sonst was.

00:00:55: Sondern es ist eine grundlegende Aufforderung zu singen.

00:01:01: Singt dem Herrn ein neues Lied glaube ich?

00:01:02: Ja!

00:01:02: Ist

00:01:03: auch aus einer Auszug aus einem Psalm.

00:01:06: Psalm neunzig genau.

00:01:09: Sepangelium bringt eine Geschichte nämlich der Einzug nach Jerusalem wo die Menschen in Jubel ausbrechen und Gott preisen für seine Wunder.

00:01:22: Das Wunder des Singens verändert die Menschen.

00:01:27: Und es kommt natürlich Protest auch in dieser Geschichte, nämlich die Pharisäer sagen so geht das nicht.

00:01:34: bring deine Jünger zur Vernunft!

00:01:37: Das heißt singen wird als unvernünftig erlebt.

00:01:40: Vernunft ist schweigen still sein sich unterordnen.

00:01:46: Das ist für die Mächtigen natürlich vernunft.

00:01:50: Darüber kann man jetzt einmal nachdenken, was Jesus dann sagt?

00:01:55: Wenn diese hier schweinen, wenn werden die Steine schreien.

00:02:00: Ein sehr interessantes Wort!

00:02:03: Weil singen drückt ja etwas aus es geht im Singen.

00:02:07: Es geht da mal von innen aus dem Herzen heraus nicht nur äußerlich sondern wer vom Herzen sinkt der sinkt ganz körperlich.

00:02:16: Der Körper kommt in Schwingung Und das bringt die Seele mit dem Körper zusammen und es ist Ausdruck von Selbstbestimmung.

00:02:25: Verbietende Singen sind aber Ausdrucks von Fremderrschaft, und ich glaube wir sind berufen als Christen zur Selbstbestimmung, zur Freiheit.

00:02:38: Wie heißt's?

00:02:39: Das Schöne am Singen ist für mich auch wenn ich darüber nachdenke dass man da Musik mit Text verbindet und eine gemeinsame Message schaut zwischen zwei Kunstformen, also zwischen Sprache und Musik.

00:02:55: Und das schafft eigentlich keine andere Kunstform.

00:02:59: Eine Gemälde ist ein Gemälden, ein Film ist ein Film, ja der hat bewegte Bilder vielleicht auch Musik dabei.

00:03:05: oder haben wir ja wieder die Musik dann drinnen.

00:03:07: Aber beim Singen sind zwar Formen verbunden und die haben ganz schön viel Macht und Möglichkeiten ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen, unter anderem oder andere Dinge zu machen.

00:03:21: Schlachtrufe haben's verwendet ganz bewusst die Menschen.

00:03:25: es ist immer Musik gemacht worden und längst kehrt das ist ganz interessant dass die Aborigines in Australien eine musikalische Landkarte haben.

00:03:38: Die haben über Generationen weitergegeben Gesänge die einen Weg im Gelände beschreiben Und das ist ein immaterielles Ehrwerk, dass sie weitergegeben haben.

00:03:49: Das heißt du singst dieses Stück und beschreib es dadurch den Weg, den du gehen möchtest wenn du an einen anderen Ort kommen möchtes.

00:03:58: Also total abgefahrene Idee.

00:04:01: so kann man Musik auch verwenden.

00:04:05: Ist mir gerade eingefallen wie ich mit dem Hintergrund beschäftigt habe, dass das eigentlich unglaublich ist

00:04:11: was

00:04:11: möglich ist ja

00:04:12: Und das stärkt, das bestärkt.

00:04:14: Das bringt dich in Verbindung auch mit den Generationen vor dir die auch diese Lieder gesungen haben Volkslied zum Beispiel aber auch vieles ist ja auch an den Kirchenliedern aus volkstümlichen Liedern entstanden und es sind weniger die Kunstlieder sondern eher dass was mich vielleicht auch schon in der Kindheit beschäftigt hat also ich gelernt habe was in mir drinnen liegt wenn ich da jetzt zum Predigtek schraue aus dem zweiten Buch der Chronik dort, wenn eine Geschichte berichtet wie die Lade also die Bundeslade in den Tempel ins Allerheiligste gebracht wird und das wird nicht einfach still- und heimlich gemacht sondern mit Musik und Gesang.

00:04:58: Und dann heißt es Die Herrlichkeit des Herrn erfüllt den Tempel und es senkt sich die Wolke darüber als Zeichen dass Gottes Gegenwart da ist.

00:05:12: Ich glaube, das Singen nicht nur das Herz öffnet sondern den Menschen verändert und Gottes Gegenwahrt ins Herz hin abgesenkt wird.

00:05:23: Dass es mich oder uns auch als Gemeinschaft, als Gemeinde erfüllt.

00:05:28: Wie schön ist das wenn ein Chor oder eine Schaf von Menschen gemeinsam singen?

00:05:35: Das verändert was!

00:05:38: Und ich glaub, dieses dann auch... Das Besondere, wenn man zum Beispiel Gottesdienste feiert, wo mehr als drei oder vier Leute da sind.

00:05:47: Weil das dann natürlich völlig anders wirkt auf jeden einzelnen Gottesdienstbesucher nicht nur den der vorhin steht sondern das Kollektive ist ein ganz anderes Feeling einfach.

00:06:00: Ich

00:06:01: würde auch hier genau den Schritt sehen vom Besucher hin zum Teilnehmer oder zum wesentlichen Teil.

00:06:10: Dieses Gottesdienst ist nicht der Pfarrer, die Pfarrerin, die Organistin oder sonst wer das macht.

00:06:16: Sondern es ist, dass mit Feiern und Singen sich aktiv einbringen, wenn wir singen gemeinsam.

00:06:24: Es scheint mir ein ganz wesentlicher Teil zu sein.

00:06:31: Ich denke auch an die Zeit der Corona-Lockdowns, wo man gezielt das Singen ... unterdrücken wollte und wie schwierig das war in den Gottesdiensten.

00:06:45: Da verstreut man ja Keime oder was, aber das Singen, das den Menschen wegzunehmen habe ich immer als etwas sehr, sehr problematisches empfunden.

00:06:59: Ich sollte glaube ich muss mich jetzt vielleicht fertig korrigieren, aber ich glaube es war als die baltischen Staaten ja da einen quasi Widerstandsgesang gemacht haben und sich die Hände gereicht haben, miteinander gesungen haben.

00:07:15: Und ich glaube sie haben eine lange Zusammenbrucht an Menschen von sixhundertfünfzig Kilometern um die Unabhängigkeit ihrer baltische Staaten wieder zu erlangen.

00:07:28: Das war quasi ein blutfreie musikalischer Revolution oder Befreiungsschlag den Musik geschafft

00:07:37: hat.

00:07:38: Wie das jetzt politisch einzuordnen ist, ist ganz wurscht.

00:07:41: Das ist für mich unbedeutend.

00:07:42: in dem Fall aber was Musik schafft und was singen für eine Macht und für eine herrliche Sache ist.

00:07:51: Unglaublich!

00:07:51: Kann vorzustellen.

00:07:53: Ich glaube dass es das was möchte und gerade Diktatoren am meisten fürchten.

00:08:00: Gesang befreit von der Fremdherrschaft wie ich im Anfang gesagt habe und es führt zur Selbstbestimmung.

00:08:09: Und wenn Menschen sich dort finden im gemeinsamen Gesang, dann werden sie unsere Welt verändern.

00:08:16: Verheißung gottrund auf den Lobgesängen seines Volkes – das ist sein Platz!

00:08:24: In diesem Sinne wünsche ich uns einen Sonntag-Kantate der nicht nur ein Sonntags bleibt sondern dass das Singen immer mit uns geht.

00:08:35: Alles Gute!